Projekt "Mother Elisabeth Organic Farming"

Die häufigsten Bitten, die seit Juli 2005 an mich gestellt wurden, waren die immer wiederkehrenden Bitten um Geld für Kunstdüngerkäufe. Ein Sack Kunstdünger kostet etwa 50 €, mehr als ein Junglehrer pro Monat verdient. Die afrikanischen Kleinbauern können sich teuren Kunstdünger, Pestizide und teures Saatgut nicht leisten. Es wäre der größte Fehler, wenn Malawi auf den Zug der "grünen Revolution" aufspringen würde. Uwe Hoering sagt in seinem Buch "Agrar-Kolonialismus in Afrika", dass nur selbst bestimmte Lösungen die Probleme von Afrikas Landwirtschaft überwinden können. Das Machtkartell von Wirtschaft, Politik und internationalen Entwicklungsorganisationen möchten ihre Vorstellung einer grünen Revolution durchsetzen. Ihr Credo heißt: "Afrikas Bauern sind arm, weil sie nicht genügend Dünger, Pestizide und patentiertes Saatgut benutzen. Sie sind arm, weil sie nicht genügend exportieren." Die Millionen Kleinst- Landwirte Malawis werden nie exportieren, weil die erzeugten Lebensmittel nicht einmal zur Selbstversorgung ihrer Familien ausreichen. Man muss ihnen nur die wahren Geschichten dieser Tage berichten: Indische Bauern, wegen teurer Inputs wie Kunstdünger, Pestizide und Qualitätssamen, von Monsanto in die Schuldenfalle gelockt, begingen massenhaften Selbstmord! Soll sich diese Tragödie in Afrika wiederholen?

Wandel unseres Engagements

Die Wahrheit ist, dass wir zwar in HfM viel Positives und Gutes tun, dass die jungen Menschen durch die Ausbildung zu Schreinern und Schneidern und zu organischen Landwirten zur Hilfe zur Selbsthilfe angehalten und erzogen werden. Es gelang uns aber in den letzten drei Jahren nicht, die Abhängigkeit von HfM von ausländischen Geldmitteln zu verringern. Die Wahrheit ist aber auch, dass Kindergärten auch in Deutschland kein Geld verdienen und dass die Berufsausbildung auch in Deutschland Geld kostet.

Im Jahr 2007 war ich mit meinem Freund Wolfgang Ritter in Malawi. Wir besuchten das "Madalitso Home Based Care", das ich bis dahin unterstütze. Nach unserer Reise veröffentlichte mein Freund Wolfgang Ritter im Goetheanum den Aufsatz "Afrika - vergessener Kontinent?" Diesen Aufsatz las auch Elisabet Sjöborg in Schweden. Es hat ihr gefallen was sie da las. Sie nahm sich vor mich in Deutschland anzurufen. Wegen sprachlicher Hemmungen verschob sie den Anruf aber um ein halbes Jahr. Sie rang sich schließlich durch und rief an. Sie wollte mich kennenlernen! Ich lud sie ein nach Deutschland zu kommen. Wir verbrachten 2008 vier wunderbare Tage in Franken. Nachdem sie wieder nach Hause geflogen war, fragte mich meine Frau, wie viel sie denn spenden würde. Meine Antwort war, dass ich mir Beträge zwischen 100 € und 1000 € vorstellen könnte. Ich hatte Elisabet ganz gewaltig unterschätzt. Diese Frau hat ein großes, liebendes Herz für die benachteiligten Menschen in diesem unglaublich armen Land. Sie tat auch in der Folgezeit alles, um den Kleinstlandwirten Entwicklung zu ermöglichen.

Im Jahr 2009 fuhren Elisabet und ich zusammen nach Malawi. Diese 78 jährige Frau fing Feuer. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass eine Reise nach Afrika mit einer alten Dame Spaß machen könnte. Die Reise machte mir nicht nur Spaß sondern große Freude. Ich danke Gott jeden Tag, dass ich diese Frau in meinem Leben kennen lernen durfte.

Bereits ein Jahr vor unserer Reise schickten wir Angela Mulinde, Aaron Makwakwa, Patrick Mhone und Hannah Ngoma nach Kenia ins KIOF (Kenya Institute of Organic Farming) um dort organische Landwirtschaft zu studieren. In dieser Zeit hat sich herausgestellt, dass Patrick der Mensch ist mit dem wir die organische Landwirtschaft in Malawi verbreiten wollen.

Bereits Anfang 2010 entwarfen wir eine Satzung für eine Nichtregierungsorganisation, deren Hauptziel die Sicherung der Ernährung der Ärmsten, der Kleinst-Landwirte ist. Ich entschied mich der Organisation den Namen der Frau zu geben, die unglaublich viel für diese Menschen getan hat, "Mother Elisabeth Organic Farming", MEOF. Die Menschen in Kazuni hatten nichts gegen diesen Namen einzuwenden.

Wir suchten in Kazuni und Umgebung (3700 Familien, mehr als 40 000 Menschen) nach Leuten, die als Aufsichtsräte MEOF führen sollten. Danach kauften wir ca. 9 Hektar Land. Es soll nicht verschwiegen werden, dass es viele riesige Probleme zu überwinden gab. Ich war manchmal so frustriert dass ich alles hinwerfen wollte, aber irgendwie ging es immer wieder weiter. Zur Zeit errichten wir das MEOF Hauptgebäude und ein Gebäude, das als Lager dienen kann. Wir müssen noch einen weiten Weg gehen. Wir brauchen einen Tiefbrunnen und ein Gebäude in dem unsere Studenten, die von unseren beiden diplomierten Fachleuten Patrick Mhone und Aaron Makwakwa ausgebildet werden, wohnen können. Das Allerwichtigste fehlt uns bisher noch: Toiletten und Duschen. Wir haben noch einen weiten Weg zu gehen, aber diesen Weg müssen die Malawier selbst gehen.

Die Sendung eines monatlichen Rechenschaftsberichtes nach Deutschland ist ein Muss, denn nur so fühlen sich die Freunde der Malawi Waisen in ihrer Arbeit wertgeschätzt und können unsere Mitglieder und Spender informieren und motivieren zu spenden. Wenn wir unseren Spendern gute Nachrichten geben können, dann werden wir in Zukunft auch Spenden bekommen, denn eine gute Sache setzt sich durch. Unsere Aktivitäten ermöglichen den Waisen den Einstieg in eine geregelte Berufswelt, schützen vor willkürlicher Behandlung und ermöglichen den Ärmsten der Armen, ihre Rechte zu fordern und ihre Angelegenheiten selbst zu regeln. Es ist wichtig Bewusstsein zu bilden durch öffentliche Zusammenkünfte und es ist wichtig aufzuklären wo immer nötig. Am wichtigsten ist, dass wir Personen im Leitungsteam von MEOF haben, die kompetent sind und als Multiplikatoren wirken können und werden. Diese Multiplikator-Kompetenz ist der Schlüssel für die weitere positive Entwicklung von MEOF.

Liebe Menschen mit Mitgefühl für die ärmsten der Armen, nun verstehen Sie und sind hoffentlich auch innerlich bewegt. Die innere Bewegung reicht aber nicht aus. Geben Sie nun Ihrem Herzen einen Stoß und schreiten Sie durch die Türe der Inaktivität in den Raum der Aktivität. 95 % der Menschen sind generell bereit zu spenden, tun es dann aber doch nicht. Sie nehmen an, dass der Staat oder die Kirchen oder die UNO hilft, oder dass die Zeit die Probleme löst. Dort wo wir tätig sind ging bisher keine Organisation hin, denn dort ist es sehr schwer Erfolge zu erringen. Die Menschen im Busch waren bisher vergessen und sie werden leider auch in Zukunft nicht wahrgenommen werden.

Das Geld, das Sie uns anvertrauen wird dazu verwendet die Ärmsten zu lehren, wie man kostengünstig sehr gesunde Lebensmittel erzeugen kann. Ihre Hilfe kommt zu 100 % in MEOF an. Wir von FMW schauen den Leuten, gemäß dem Slogan "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser", genau auf die Finger. Viel zu lange sind Spendengelder in Afrika nicht dort angekommen wo sie ankommen müssen. Ihre Spende macht den großen Unterschied zwischen Lebensglück und Unglück. Wir freuen uns auf Ihren Kontakt! Die Menschen erkennt man an ihren Taten!